Humanitäre Bildung

Menschlichkeit auch in bewaffneten Konflikten durchsetzen - das ist das Ziel des humanitären Völkerrechts. Eine Aufgabe des Roten Kreuzes - und damit auch des Jugendrotkreuzes - ist es, die Regeln des humanitären Völkerrechts bekannt zu machen.

Das humanitäre Völkerrecht dient dem Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an Kriegshandlungen teilnehmen, so zum Beispiel Verwundete, Gefangene und Zivilist*innen. Außerdem gibt es den Kriegsteilnehmer*innen Regeln für die Art und Weise der Kriegsführung vor. Diese Regeln wurden 1949 in den Genfer Abkommen und drei Zusatzprotokollen später verabschiedeten festgehalten. An die Abkommen sind fast alle Staaten der Welt gebunden. Wer gegen die Regeln des humanitären Völkerrechts verstößt – egal ob als Soldat*in an der Front, General oder Regierungsmitglied – macht sich eines Kriegsverbrechens schuldig.


  • Das Humanitäre Völkerrecht

    Was ist das Humanitäre Völkerrecht?

    Bewaffnete Konflikte verursachen unermessliches Leid. Trotzdem sind sie allgegenwärtig. Die Nachrichten berichten fast täglich über militärische Angriffe, Massengräber oder Minenopfer; auch Verteibung und Vergewaltigungen gehören zu diesem Schreckensszenario. Das Humanitäre Völkerrecht ist ein für Situationen bewaffneter Konflikte geschaffenes Sonderrecht zwischen den Staaten. Zwar verhindert es keinen bewaffneten Konflikt, aber es versucht menschliches Leid im Konflikt zu mildern.

    Das Humanitäre Völkerrecht dient dem Schutz von Personen die nicht oder nicht mehr an Feindseligkeiten teilnehmen (Verwundete, Gefangene oder Zivilpersonen) und legt den kriegführenden Parteien Beschränkungen in der Wahl der Mittel und Methoden der Kriegführung auf.


    Die Genfer Abkommen und ihre Zusatzprotokolle

    Verschiedene Broschüren des DRK zum Humanitären Völkerrecht und zur Verbreitungsarbeit.

    Kernstück des Humanitäre Völkerrechts sind die vier Genfer Abkommen vom 12. August 1949, ihre beiden Zusatzprotokolle von 1977 (Protokoll I und II) und das Zusatzprotokolle III von 2005. Ausgang dieser neuerlichen Verträge bildet aber die erste Genfer Konvention aus dem Jahr 1864.

    An die Genfer Abkommen sind alle Staaten der Welt gebunden. Ende 2016 waren 196 Staaten Vertragspartei der vier Genfer Abkommen; das I. Zusatzprotokoll hatten 174, das Zusatzprotokoll II 168 Staaten ratifiziert. Das im Jahre 2005 verabschiedete Zusatzprokoll III über die Einführung eines weiteren Schutzzeichens (Roter Kristall) haben bisher 73 Staaten ratifiziert.

    Die deutsche Übersetzung der Vertragstexte der Genfer Abkommen und ihrer Zusatzprotokolle und weitere Informationsmaterialien findet ihr im unteren Bereich.


    Was hat das Rote Kreuz damit zu tun?

    Es ist Aufgabe des Roten Kreuzes, die Regeln des Humanitären Völkerrechts zu verbreiten, damit möglichst viele Personen ihren Inhalt kennen und verstehen lernen. Teil seines Auftrages ist auch die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts durch die Parteien bewaffneten Konflikte einzufordern und zu überprüfen.

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Jugendrotkreuz leistet seinen Beitrag an der weltweiten Verbreitungsarbeit als Mitglied der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

    Diese Verbreitungsarbeit findet Niederschlag in der Satzung des DRK (§ 2 DRK-Bundessatzung) und auch im DRK-Gesetz von 2008 (§ 2 DRK-Gesetz, 2008). Auf Ebene des DRK besteht seit vielen Jahren ein verbandsweites System von ehrenamtlichen "Konventionsbeauftragten", die in ihren Landes- und Kreisverbänden für die Aufgabe der Verbreitungsarbeit verantwortlich sind. Weiterhin besteht auf DRK-Bundesebene ein "Fachausschuss Humanitäres Völkerrecht", der als Forum zwischen DRK-Fachkräften, Regierungsvertretern und weiteren Völkerrechtlern dient.


    Hier eine Auswahl von Materialien zum Thema Humanitäres Vökerrecht:

    Textsammlung "Die Genfer Abkommen und ihre Zusatzprotokolle"
    Zusammengefasst sind in diesem Buch die deutschsprachigen Vertragstexte der vier Genfer Abkommen von 1949 und die Texte der Zusatzprotokolle von 1977 und 2005. Der ehemalige Delegierte und Rechtsberater des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Dr. Hans-Peter Gasser, hat hierfür eine Einleitung verfasst, die einen kurzen, aber umfassenden Überblick über das Humanitäre Völkerrecht bietet.

    Die Genfer Abkommen und ihre Zusatzprotokole in Kürze
    Diese Broschüre im Taschenformat fasst die wesentlichen Regelungen der vier Genfer Abkommen und der Zusatzprotokolle zusammen.

    Faltblatt "Das Rote Kreuz, die Genfer Abkommen und ihre Zusatzprotokolle"
    Dieses DRK-Faltblatt gibt einen Überblick über die Geschichte und den Inhalt der Genfer Abkommen und ihrer Zusatzprotokolle und beinhaltet insbesondere eine Kurzdarstellung der darin enthaltenen humanitären Grundregeln.

    Faltblatt "Das Wahrzeichen"
    Das DRK-Faltblatt schildert den Ursprung der Embleme der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und erläutert, wer in welcher Form die Embleme in Friedens- und Konfliktzeiten verwenden darf.

    "Das Museum aus der Hosentasche"
    Passt auf eine DIN A-4-Seite und auf jeden (Rotkreuz)-Bürotisch. Beidseitig ausgedruckt gibt es nochmal die kompakten und wesentlichen Informationen rund um das Jubiläumsdatum 22. August 1864 wieder.

    Wege(n) der Menschlichkeit - Kindgerechte Heranführung an das Humanitäre Völkerrecht
    Zielgruppe ab 3. Klasse Die Arbeitshilfe vermittelt Kindern das Prinzip Menschlichkeit als höchstes Gut unserer Gesellschaft sowie den Kern des Humanitären Völkerrechts. Um das Thema für Kinder transparent zu machen, bietet sie Grundschullehrer/-innen und Gruppenleiter/-innen verschiedene Stundenmodelle und abwechslungsreiche Methoden, die thematisch an den Alltag der Kinder anknüpfen. Anhand der Themen Streitschlichtung, Menschenrechte, Krieg und Frieden sowie die Aufgaben des Roten Kreuzes erlernen sie spielerisch die Bedeutung von Menschlichkeit innerhalb des Humanitären Völkerrechts.

    Entdecke das humanitäre Völkerrecht - Kurzfassung
    Mini-EHVR Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene Mini-EHVR ist eine nützliche Sammlung von Unterrichtsmaterialien und enthält im Vergleich zur Langversion vielfältigen neue Methoden und Quellenmaterialien. Es besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Modulen mit pädagogischen Übungen. Es ist sehr gut für die Schularbeit und die Jugendverbandsarbeit geeignet. Kursleitende müssen keine Spezialisten für das Humanitäre Völkerrecht sein, um die Inhalte effektiv vermitteln zu können. Vielmehr ist es ihre Aufgabe, die Teilnehmenden bei der Durchführung zu begleiten.

    Mindeststandard Menschlichkeit
    Zielgruppe Sekundarstufe I und II, mit Farbfolien Die Unterrichtseinheit sensibilisiert Schüler/-innen für das Prinzip und die Dimensionen des humanitären Völkerrechts und humanitären Handelns. Sie stellt die Ursprünge und aktuellen Regeln des humanitären Völkerrechts vor und diskutiert anhand aktueller Beispiele die Schwierigkeiten bei der Anwendung und Durchsetzung.

  • Die Grundsätze der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung

    Die Grundsätze der Bewegung binden alle Rotkreuz-Mitglieder an bestimmte, seit vielen Jahren festgelegte ethische Grundsätze. Im Jahre 1965 wurden die Grundsätze der Bewegung schriftlich fixiert und verabschiedet. Im Jahre 1986 folgte eine textliche Anpassung der Grundsätze. Den deutschsprachigen Text der Grundsätze findet ihr im Downloadbereich.

    Eine geschichtliche Übersicht
    Bis zur Verabschiedung unser Grundsätze war es ein langer Weg; bereits Dunant hatte erste Ideen in seiner Schrift "Eine Erinnerung an Solferino" niedergeschrieben. Es dauert aber noch bis zum Jahr 1965 bis zur Verabschiedung. Hier gibt es einen geschichtlichen Kurzüberblick.

  • Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung

    besteht aus den folgenden drei Komponenten:

    • dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK),
    • der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRK) sowie den
    • Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

    Alle Komponenten der Bewegung arbeiten auf einer gemeinsamen Grundlage: den Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung


    Internationales Komitee vom Roten Kreuz

    Binnenflüchtlinge in Syrien: Camp Ain-Issa in der Provinz Raqqa. Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sprechen mit Bewohnern, die aus der Stadt Raqqa vor den Kämpfen mit dem IS dorthin geflohen sind

    Gründungsorgan der Bewegung ist das IKRK mit Sitz in Genf. Das IKRK ist eine private, neutrale und unabhämngige Schweizer Organisation mit dem humanitären Auftrag, sich weltweit für den Schutz der Opfer von bewaffneten Konflikten einzusetzen.

    Es leitet und koordiniert internationale Hilfsaktionen in bewaffneten Konflikten, besucht Kriegsgefangene und organisiert einen Zentralen Suchdienst. Die Konfliktparteien ruft das IKRK zur Einhaltung des Rechts auf, um den Schutz der nicht am Konflikt Beteiligten und die Beachtung der Beschränkung bei Waffeneinsätze und Kriegsführungsmethoden zu gewährleisten. Darüber hinaus spielt das IKRK eine wesentliche Rolle bei der Weiterentwicklung des Humanitären Völkerrechts.


    Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften

    Die Internationale Föderation (IFRK) ist der Dachverband der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und hat ihren Sitz ebenfalls in Genf. Sie wurde am 5. Mai 1919 in Paris gegründet.

    Auf Anregung des Amerikanischen Roten Kreuzes und mit Unterstützung der Nationalen Rotkreuz-Gesellschaften von Frankreich, Italien, Japan und England wurde die "Liga der Rotkreuz-Gesellschaften" im Geist von humanitärer Solidarität und für die Hilfe in Friedenszeiten gegründet.

    Sie unterstützt die Entwicklung Nationaler Gesellschaften sowie den Ausbau ihrer Dienste der am meisten Schutz- und Hilfebedürftigen. Sie koordiniert die internationale Hilfen der Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften im Fall von Natur- und technische Katastrophen und fördert nationale Katastrophenschutzprogramme. Weiter fördert sie die Blutspendearbeit, die Erste-Hilfe-Ausbildungen in aller Welt und auch die internationale Zusammenarbeit im Bereich des Jugendrotkreuzes.


    Nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften

    Flucht von Angehörigen des Volkes der Rohingya vor Gewalt in Myanmar über die Grenze nach Bangladesch: Schwester vom Roten Kreuz in einem kurz zuvor eröffneten Feldhospital im Distrikt Cox's Bazar

    191 Nationale Rotkreuz- oder Rothalbmond-Gesellschaften weltweit. Nationale Gesellschaften, wie z. B. das Deutsche Rote Kreuz, sind in ihrem Staat als freiwillige Hilfsgesellschaft gemäß den Regeln der Genfer Abkommen anerkannt. Als solche erfüllen sie in Friedenszeiten ein breites Spektrum an humanitären Aufgaben im Katastrophenschutz sowie im Gesundheits- und Sozailwesen. Im Bedarfsfall arbeiten die Nationalen Gesellschaften beim Zivilschutz mit und unterstützen den Sanitätsdienst ihrer Streitkräfte.

    International leisten die Nationalen Gesellschaften in bewaffneten Konflikten und Katastrophensituationen humanitäre Hilfe. Außerdem helfen sie durch ein weltweites Suchdienst-Netzwerk bei der Familienzusammenführung.

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